Gemeinderat Killwangen stimmt der Richtplananpassung «Tägerhardächer» Wettingen nur mit klaren Vorbehalten zu – Anpassung des regionalen Sachplans Landschaftsspange Sulperg Rüsler wird vorerst abgelehnt
Die Vernehmlassung des Regierungsrats zur Anpassung des kantonalen Richtplans im Gebiet «Tägerhardächer» in Wettingen läuft noch bis zum 27. März 2026. Mit der Richtplananpassung sollen die planerischen Voraussetzungen für die Ansiedlung eines international tätigen Industrieunternehmens geschaffen werden.
Der Gemeinderat hat sich intensiv mit der geplanten Entwicklung befasst. Grundsätzlich anerkennt er die wirtschaftliche Bedeutung eines solchen Projekts für die Region. Gleichzeitig hält er fest, dass die Interessen der betroffenen Gemeinden und der Bevölkerung ausreichend berücksichtigt werden müssen.
Der Gemeinderat stimmt der Richtplananpassung deshalb nur unter klaren Vorbehalten zu. Aus Sicht von Killwangen bestehen insbesondere in folgenden Bereichen erhebliche Klärungs- und Verbesserungsbedarfe:
- Verkehrsbelastung: Die Auswirkungen auf die Nachbargemeinden sind bislang ungenügend aufgezeigt. Ein überzeugendes und transparent kommuniziertes Mobilitätskonzept fehlt.
- Öffentlicher Verkehr: Die Erschliessung des Gebiets mit dem öffentlichen Verkehr ist heute unzureichend. Eine deutliche Verbesserung der Anbindung – ins besondere durch Bus, S-Bahn sowie perspektivisch die Limmattalbahn – ist zwingend zu prüfen.
- Parkierung: Ein überdimensioniertes Parkplatzangebot würde zusätzlichen Verkehr erzeugen und ist daher zu vermeiden.
- Landschaftsspange: Der Grüngürtel der Landschaftsspange ist für die Region von grosser Bedeutung. Der vorgesehene Eingriff wird vom Gemeinderat lediglich als Ausnahme toleriert. Sie darf keinesfalls zum Präjudiz für weitere Vorhaben in diesen wichtigen Landschaftsraum werden.
Die Anpassung des regionalen Sachplans Sulperg–Rüsler lehnt der Gemeinderat zum jetzigen Zeitpunkt ab. Zuerst muss Klarheit über die Richtplananpassung sowie über die tatsächliche Ansiedlung des Unternehmens bestehen. Der Gemeinderat wird seine Stellungnahme im Rahmen der laufenden Vernehmlassung beim Kanton einreichen und sich weiterhin dafür einsetzen, dass die Interessen der betroffenen Bevölkerung sowie der Erhalt des regionalen Grüngürtels angemessen berücksichtigt werden.